Tomaten

Solanum lycopersicum

                       

Auch wer nicht viel von Gartenarbeit hält, hat meist eine oder mehrere Paradeiserstauden im Garten stehen, um die Früchte im Sommer jederzeit von dort holen oder gleich an Ort und Stelle verzehren zu können. Zu letzterem gibt es jetzt praktischerweise die kleinen Cocktailtomaten.

 

Verwendung:

SPEISEN

Man kann sie zu verschiedenen gemischten Salaten geben, vor allem zu solchen mit mediterranem Charakter.

Klein geschnitten gebe ich sie zu Aufstrichen oder in Dips.

Sie munden uns auch zusammen mit Mozarella und Basilikum (das ist das Kräutlein, das am besten zu ihnen passt). Rezept siehe unter Basilikum.

Gekocht und passiert verwendet man sie für Tomatensuppe und –soße.

In Scheiben geschnitten kommen sie auf die Pizza.

Man kann sie auf verschiedene Weise füllen oder im Rohr mit Käse überbacken.

Im Herbst lege ich die letzten – halbreifen - Tomaten neben die Obstschüssel in der Küche. Durch das Ethylengas, das die Äpfel abgeben,  werden die letzten Tomaten noch reif. 

 

GETRÄNKE

Frischer Paradeisersaft schmeckt wunderbar, wenn man ihn erst einmal probiert hat – siehe Rezept unten.

Aber auch für Smoothies kann man sie verwenden. 

 

HALTBAR MACHEN

Zusammen mit Zwiebeln und Paprika mache ich Letscho daraus und friere dieses portionsweise für den Winter ein. Rezept siehe unter Paprika

Man kann sie zu Tomatenmark, Ketchup, Chutney, Sugo, Relish oder Pesto verarbeiten.

Getrocknet kann man sie später weiter verkochen oder man legt sie in Öl ein – eine mediterrane Spezialität.

Früher machte man aus den unreifen grünen Tomaten ein sogenanntes „Russenkraut“, doch darüber gehen die Meinungen heutzutage auseinander, da die unreifen Tomaten das Gift Solanin enthalten sollen.

Aus den grünen Paradeisern kann man mit Vanilleschote und Gelierzucker ein gute Marmelade herstellen. 

Auch aus den grünen Früchten kann man Chutney machen.

Die kleinen Cocktailtomaten friert man für den Winter als Beigabe zu Rindsuppen ein.

Man kann sie aber auch  in Essig einlegen.

Aus den gehäuteten, entkernten Früchten macht man auch Marmelade.  

 

GESCHENKIDEE

Dafür eigenen sich neben den frischen Früchten

vor allem Chutney, Relish, Pesto und in Öl eingelegte, getrocknete Früchte.

Selbst geernteter Samen. 

 

SONSTIGES

Die Stauden kommen zerschnitten auf den Kompost. Sollten sie aber an der Braunfäule eingegangen sein, bringe ich sie zu unserem weit vom Haus entfernten großen Komposthaufen, damit wir die Sporen im nächsten Jahr nicht gleich wieder verbreiten. Aber auch in die Restmülltonne kann man diese Pflanzen geben – wenn Sie genug Platz dafür haben. 

 

INSEKTENSCHUTZ

Der Geruch der Tomatenpflanzen hält Fliegen fern. Man kann dies nützen, indem man eine Staude im Kübel zur Eingangstüre stellt. 

 

Vermehrung:

Tomaten, sofern sie keine F1-Hybriden sind, kann man selbst weiter vermehren. Man nimmt dazu vollreife Tomaten der Sorte, die einem zusagt, zerschneidet sie, nimmt mit einem Löffel die Samen heraus und wäscht sie aus. Die reinen Samen trocknet man und hebt sie für den Anbau im nächsten Februar auf.

Man kann sie aber auch vegetativ vermehren, indem man von den ersten Achseltrieben, die man ausbricht, Stecklinge macht.

Weiters kann man die Sämlinge die im Garten aufgehen, stehen lassen, wo sie nicht stören. Allerdings weiß man vorher nicht, welche Sorte man bekommt. Ich lasse immer etliche Stauden stehen, und vermehre so den Bestand kostenlos, das heißt, ich rechne beim Einkauf schon diese Pflanzen mit ein.

 

Pflegeaufwand:

Paradeiser sind wärmeliebende Pflanzen, denen es gar nicht behagt, wenn man sie zu früh ins Freie setzt oder wenn nasskaltes Wetter herrscht.

Ich habe einen Teil meiner Tomatenstauden im Gewächshaus stehen. Viele Hobbygärtner gehen schon dazu über, den Tomaten aus Plastikfolien  Überdachungen zu machen.

Die Pflanzen sind bei schlechten Wetterverhältnissen vor allem von der Braunfäule bedroht. Dagegen kann man zeitig mit Grünkupfer spritzen oder mit einem Magermilch-Wasser-Gemisch. Es gibt mittlerweile schon braunfäule-resistente Sorten zu kaufen.

Es gibt bei den Tomatenfreunden zwei Lager, die einen lassen die Staude wachsen, wie sie will, die anderen brechen die Achseltriebe laufend aus und kultivieren pro Pflanze nur einen Trieb. Ich gehöre zu den letzteren und habe immer genug Ertrag. Wenn man alles stehen lässt, hat man zwar viele Früchte an der Pflanze, diese werden aber später reif.

 

Überwinterung:

Beim ersten Frost ist es mit den Stauden und den Früchten vorbei. Daher sollte man, wenn im Herbst Frost droht, die letzten Paradeiser noch schnell ernten.

 

Vorteile:

Wenn man einige Pflanzen hat, kann man den Bedarf für den ganzen Sommer decken, da Tomaten auch im Sommer nicht immer billig sind.

 

Nachteile:

Man muss sich von Anfang an um die Pflanzen kümmern, wenn man schöne Früchte ernten will.

 

Rezepte:

Tomatenmark
Im Herbst, wenn eine große Menge Früchte reif wird, koche ich sie gerne als Tomatenmark ein. Dafür werden sie zerschnitten und in einen Topf gegeben, wo ich sie vor sich hin köcheln lasse. Da die Früchte zum Großteil aus Wasser bestehen, schöpfe ich zu Beginn einen Teil ab, verdünne mit Wasser und habe so einen gesunden Tomatendrink, der herrlich schmeckt. Den Rest lasse ich einkochen, bis sich die Masse verdickt. Dann passiere ich alles und friere in Portionen ein. Man kann auch Marmeladegläser damit füllen.

 

Spanischer Fleischtopf
Zutaten: 750 g  Schweinsschulter, 2 Zwiebeln, 250 g Karotten, 2 Zucchini, 3 grüne Paprika, 2 Knoblauchzehen ¼ l Weißwein, 1 TL Kräuter der Provence (oder je 1 Prise Thymian, Basilikum) 1 Lorbeerblatt, ¼ l Weißwein, 500 g Tomaten.

Zuerst wird das in mundgerechte Würfel geschnittene Fleisch angebraten, die Knoblauchzehen werden zerdrückt und kurz mitgedünstet. Dann gießt man mit dem Wein auf, würzt mit den Kräutern, mit Salz und Pfeffer. Während das Fleisch 20 Minuten schmort, schneidet man das Gemüse ebenfalls in Würfel und gibt diese dazu und gart alles weitere 20 Minuten. 5 Minuten vor Ende der Kochzeit gibt man die geviertelten Tomaten dazu. Die Haut kann man vorher entfernen, wenn man will. Dazu gibt es bei uns Schwarzbrot.

 

Feurige Grillsoße
Zutaten: 1 roter Paprika, 1 Zwiebel, 4 Tomaten, rote Chilischote, Senf, Mayonnaise, Ketchup, Salz, Pfeffer

Das Gemüse wird fein würfelig geschnitten – bei der Chilischote aufpassen: nicht zu viel dazu geben! – und mit den restlichen Zutaten abschmecken.

 

Tomatenchutney
Zutaten: 1500 g enthäutete und gewürfelte Tomaten, 500 g geschnittene Zwiebeln, 500 gewürfelte Äpfel, 250 g  Rosinen, 150 g Zucker, 300 ml Essig, etwas Zimt, Nelkenpulver, Ingwerpulver, Salz und Pfeffer

Alle Zutaten lässt man in einem Topf vor sich hinköcheln, bis alles Obst und Gemüse  weich gekocht ist. Dann zerstampft man die Masse noch etwas und füllt sie heiß in Einmachgläser. Das Chutney sollte man vor dem Essen einige Wochen ruhen lassen.