Kren (Meerrettich)

Armoracia rusticana

 

In meiner Kindheit hatten die Bauern ihre „Krenplantage“ im Weingarten unter den Weinstöcken. Im Herbst wurden dann die Krenwurzen ausgegraben und zu Hause als Wintervorrat in Sand eingeschlagen. Als meine Eltern altersbedingt ihre Weingärten verkauft haben, setzten wir im Garten einige Wurzeln ein. Mittlerweile haben wir zwei Stellen mit Kren – eine feuchte, halbschattige Ecke und den Zwischenraum zwischen zwei kleinen Apfelbäumen in der Sonne – überall wächst er gut.

 

Verwendung:

SPEISEN

Am besten ist der Kren frisch gerieben zu Würsteln, kaltem Braten oder Schinken.

Unbedingt erforderlich ist er bei Gerichten wie Steirischem Wurzelfleisch oder Krenfleisch, denen er den Namen gibt. Der Kren kommt erst zum Schluss auf die Gerichte, da er beim Kochen die sehr flüchtigen ätherischen Öle verliert, die sein besonderes Aroma ausmachen.

Semmelkren, Apfelkren, Oberskren, Essigkren  oder Eierkren  reicht man zu Tafelspitz.

In Aufstrichen entfaltet er ebenfalls sein scharfes Aroma. 

 

HALTBAR MACHEN

Ich lege Rote Rüben als Salat selbst ein und brauche dazu auch geriebenen Kren.

Man kann ihn als Ganzes oder gerieben einfrieren.

Er wird als Zugabe zu verschiedenen Chutneys verwendet.

Als Pesto kann man ihn ebenfalls haltbar machen.

 

GESCHENKIDEE

Chutney, Pesto. 

 

GESUNDHEIT

Er wirkt verdauungsfördernd und schleimlösend. Wenn Sie etwas zu viel auf einmal erwischen, spüren Sie auch, dass er die Nasenschleimhäute richtig „durchputzt“.

Gerieben und mit Honig vermischt ist er ein altes Hausmittel gegen Halsschmerzen. 

 

Vermehrung:

Kren kann man ganz einfach durch „Fechser“ vermehren. Das sind dünne Wurzeln, die man einfach aus- und andernorts wieder eingräbt.

Pflegeaufwand:

Es gibt ein Sprichwort: „Ein Acker Kren will seinen Herrn jeden Tag sehen“. Also unserer hat da Pech. Er sieht uns nur, wenn wir im Laufe des Jahres eine Wurzel brauchen, bzw. wenn wir im Herbst eine größere Menge als Wintervorrat ausgraben. Ansonst wächst er vor sich hin und vermehrt sich.

Der Kren ist eines der Gemüse, die keine volle Sonne brauchen. 

 

Überwinterung:

Die Krenwurzeln sind mehrjährig und bleiben im Boden. Man kann auch im Winter, wenn der Boden nicht zugefroren ist, welche ernten.

Aber den Wintervorrat sollte man besser in Vorratslager in Sand einschlagen, da man ja nicht weiß, wie sich der Winter entwickeln wird.

 

Vorteile:

Macht wenig Arbeit.

Voriges Jahr habe ich probeweise an seinen weißen Blüten gerochen und siehe da: Sie duften einmalig süß. Das sollten  Sie versuchen. Zum Schneiden für die Vase eignet er sich aber nur bedingt, da die Blütenblätter rasch abfallen.

Man hat das ganze Jahr über eigenen Kren zu Verfügung.

 

Nachteile:

Er kann zum Wuchern neigen – also setzen Sie ihn da ein, wo er Platz dazu hat.

 

Rezepte:

Nuss-Kren-Aufstrich
Zutaten: 100 g Butter, 250 g Topfen, etwas Rahm, 1 EL geriebenen Kren, 50 g gehackte Nüsse, Salz, Pfeffer

Man rührt die Butter schaumig, gibt den Topfen dazu und etwas Rahm, damit die Masse schön sämig wird. Dann schmeckt man mit Kren, Nüssen, Salz und Pfeffer ab.

 

Apfelkren
Zutaten: ½ kg Äpfel, 1 EL Zucker, 1 EL Essig, 1 EL geriebener Kren

Apfelkren passt gut zu gekochtem Rindfleisch. Für dunklen Apfelkren werden die Äpfel fein gerieben und mit den restlichen Zutaten vermischt. Wenn man den Kren hell möchte, muss man die Äpfel weich kochen und passieren.