Kirschen

Prunus Avium

 

Kein Baum in unserem Garten blüht so prächtig, wie die Kirsche. Sie steht hinter dem Gemüsegarten und ist  sicher schon zwanzig Jahre alt ist. Im Sommer ist unser  Lieblingsplatz unter diesem Baum. Wenn wir Zeit haben, liegen wir in seinem Schatten, machen ein Nickerchen, lesen oder plaudern.

 

Verwendung:

SPEISEN

Die Kirschen schmecken frisch vom Baum gepflückt am besten. Es gibt dabei zwei Arten, sie zu essen. Die Vorsichtigen machen jede einzelne auf, um nachzusehen, ob nur ja kein Wurm drinnen ist. Die anderen essen sie gleich so und denken sich: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“

Als süßes Hauptgericht isst man sie als Strudel oder Auflauf. Entkernt und geschnitten mischt man sie zu Palatschinken. Einen Scheiterhaufen kann man damit füllen. 

 

GETRÄNKE

Da ein großer Kirschenbaum reichlich Früchte trägt, kann man auch  Saft damit bereiten.

Die Blüten kann man frisch oder getrocknet zu Teemischungen geben.

In einen Smoothie kann man die entkernten Früchte mischen.

Schnaps und Likör kann man ebenfalls herstellen oder gleich einen Cherry Brandy.

Eine Bowle mit oder ohne Alkhohl kann man damit ansetzen.

Aus den Kirschenstielen soll man einen gesunden Tee brauen können – aber das ist mir nun doch zu mühsam. 

 

HALTBAR MACHEN

Ich lege sie gerne als Kompott für den Winter  ein.

Man kann sie auch in Rotweinessig oder Rotwein einlegen.

Entkernt friere ich sie für Kuchen und Aufläufe für den Winter ein. Ich habe einen guten Entkerner, mit dem die Arbeit recht schnell geht.

Als Marmelade kann man sie einzeln oder mit anderen Früchten gemeinsam zubereiten.

Entkernt mischt man sie unter die anderen Rumtopffrüchte.

Man kann sie auch zu Chutney verarbeiten. 

 

DEKORATION

Die Zweige sind zu Barbara ein unverzichtbarer Bestandteil der gleichnamigen Zweige. Wer das nicht kennt: Am 4. Dezember, zu Barbara, wässert man verschiedene Blütenzweige ein. Wenn sie bis Weihnachten blühen, hat man im nächsten Jahr Glück. Man kann dazu noch Forsythienzweige nehmen, Pfirsichzweige und viele mehr. Damit es hübsch aussieht, nehme ich noch einige Immergrüne wie Buchs oder Thuje dazu. Wenn Sie Kornelkirschenzweige dazugeben, blühen diese schon weit vor Weihnachten, da das auch im Garten die ersten Blüher sind. 

 

WELLNESS

Für kalte Füße im Winter ist ein Kirschkernkissen gut geeignet – siehe unten. 

 

GESCHENKIDEE

Kirschen in Rotwein oder Rotweinessig, Marmelade oder Chutney, ein Kirschkernkissen.

Aber auch ein Körbchen frischer Kirschen für jemanden, der keine hat, ist ein nettes Mitbringsel. 

 

TIERE

Die Kirschen, die man nicht erreicht, sind für die Vögel ein gefundenes Fressen – vor allem für die Amseln und Stare. Pflanzen Sie keine sehr zeitige Sorte. Denn dann gibt es weit und breit noch keine Kirschen und die Stare halten sich nur auf Ihrem Baum auf. Ich kenne einen Fall, wo sie jedes Jahr einen Baum innerhalb kürzester Zeit regelrecht leer räumen.

 

Pflegeaufwand:

Außer dem Ernten und dem Schnitt fallen keine Arbeiten an. Schneiden sollte man am besten nach der Ernte, falls es überhaupt erforderlich ist. Wenn Sie im Winter oder zeitigen Frühjahr schneiden, kann das leicht zu Gummifluss führen.

 

Vorteile:

Der Baum braucht das ganze Jahr über keine besondere Pflege.

 

Nachteile:

Für einen kleinen Garten wäre unser Baum viel zu groß, aber mittlerweile gibt es schon kleinwüchsigere Sorten zu kaufen.

Bei Regenwetter zur Erntezeit faulen die Kirschen sehr schnell. Heuer haben wir aus diesem Grund fast keine Früchte geerntet.

     

Rezepte:

Kirschenmichel    
Z
utaten: 4 Semmeln, ¼ l Milch, 4 Eier, 100 g Butter, 50 g Zucker, 1 Zitrone, 250 g Kirschen (frisch, eingefroren  oder eingelegt), Zimt

Die Semmeln werden in die Hälfte und dann in Scheiben geschnitten und mit der Milch übergossen. Aus Butter, Dotter, Zucker, Zimt und etwas Zitronensaft rührt man einen Abtrieb. Die frischen Kirschen werden entkernt.  Der Schnee wird fest geschlagen. Den Abtrieb gibt man zu den aufgeweichten Semmeln, ebenso den Schnee. Die Kirschen kann man entweder unter die Masse rühren oder in die Mitte füllen. Im Bachrohr bäckt man den Auflauf, bis er eine schöne Farbe angenommen hat.

 

Kirschkernkissen
Man sammelt eine genügend große Menge Kirschkerne – am besten wenn man welche einfriert oder zu Marmelade verarbeitet. Man kocht diese, bis das verbliebene Fruchtfleisch abfällt und siebt sie mit einem groben Sieb ab. Ich habe sie dann noch einige Male kalt durchgeschwemmt und zum Trocknen einige Tage dünn aufgeschüttet in die Sonne gestellt, wo ich sie öfters durchgerührt habe. Dann habe ich sie in einen passenden Stofffleck eingenäht.

Wenn man es auf einen Heizkörper, auf den Kachelofen oder ins heiße Ofenrohr legt, kann man das warme Kissen dann gegen Verspannungen in den Nacken legen oder die Füße im Bett damit wärmen. Aber Achtung: Wenn die Kerne zu heiß werden, tritt Öl aus und sie verschmutzen die Wärmequelle – so ist es unserer Tochter mit dem Schwedenofen passiert.

Man kann das Kirschkernkissen auch in der Mikrowelle erwärmen: Bei 350 Watt etwa 2 Minuten. Je noch Größe des Kissens können Sie die Zeit da verkürzen oder verlängern.