Apfel

Malus

 

Apfelbäume waren die ersten Bäume, die wir in unserem Garten eingesetzt haben. Da unser Garten anfangs nicht so groß war, nahmen wir Büsche, die allerdings auch eine stattliche Größe erreicht haben. Mittlerweile haben wir auch Hochstämme und zwei Spindelbüsche, die sich dort gut eignen, wo wenig Platz vorhanden ist – die werden wirklich nicht groß – und außerdem hat man auf kleinem Raum Platz für mehrere Obstsorten. Bei der Auswahl sollte man darauf achten, zeitige Sorten, Herbstsorten und Wintersorten zu kaufen, damit man immer Äpfel zum Essen hat.

Wenn ich mir aus Platzgründen nur einen Apfelbaum anschaffen könnte, dann wäre das ein Gravensteiner: die Äpfel werden im September reif, aber schon vorher kann man die abgefallenen, wurmigen essen oder für Kompott und Strudel  verwenden. Sie halten bis Ende Oktober. Meine zweite Wahl wäre ein Klarapfel, da dies der erste Apfel in der Saison ist. Winteräpfel, die man auf Lager legen muss, sind nur geeignet, wenn man die entsprechenden Räumlichkeiten dazu hat.

 

Verwendung:

SPEISEN 

Für einen schnellen Apfelkuchen verwende ich die Masse vom Grundrezept.

Als vegetarisches Gericht essen wir gerne einen Apfelstrudel, den man aber auch als Dessert und zum Kaffee reichen kann.

Als Dessert isst man sie unter anderem als Kompott, Mus oder Grütze – siehe unten.

Auch pikante Gerichte kann man mit Äpfeln bereiten. So gebe ich in kalte Salate gerne auch einen klein geschnittenen Apfel. Sauerkraut kann man mit geriebenen Äpfeln verfeinern. Lauchsalat mit Apfel schmeckt ebenfalls hervorragend.

Schon zeitig kann man Fallobst für Strudel, Kompott und vieles mehr verwenden.

Im Winter sind Bratäpfel mit verschiedenen Füllungen eine Delikatesse.

 

GETRÄNKE

Saft machen für den Hausgebrauch kann man mit einer Saftpresse. Dazu kann man auch Fallobst, das ausgeschnitten wurde, nehmen. Dieser Saft muss aber bald getrunken werden.

Wenn man den Saft haltbar machen will, muss man ihn erhitzen, mit Zucker abschmecken und in Flaschen füllen.

Um Smoothies zu verdünnen, kann man ebenfalls Apfelsaft nehmen.

Apfelschalen oder klein geschnittene Apfelstücke gebe ich frisch oder getrocknet zu Teemischungen.

Aus den frischen Blüten kann man gemeinsam mit anderen, die zur gleichen Zeit blühen, einen schmackhaften Tee zubereiten. Reißen Sie aber nicht ganze Büschel Blüten ab, sondern überall nur jeweils ein paar heraus.

Für eine Party kann man eine Bowle mit Apfelwürfeln und Apfelsaft bereiten.

 

HALTBAR MACHEN

Getrocknet essen wir sie als Snack statt Naschereien beim Fernsehen. Wir trocknen die ungeschälten Apfelscheiben im holzgeheizten Küchenofen meiner Mutter, da dort ohnehin eingeheizt wird. Man kann sie aber auch auf Elektrodörrapparaten oder auf einem Kachel- oder Schwedenofen trocknen.

Das Mus kann man für den Winter aufheben, entweder in der Kühltruhe oder eingeweckt in Gläsern.

Pikant haltbar machen kann man sie als Chutney oder Relish.

Marmelade kann man einzeln oder gemischt mit anderen Obstsorten machen. Am liebsten ist mir dabei die „Quabi“-Marmelade.

Äpfel kann mach auch in Spalten geschnitten einlegen oder in Würfelform zu anderen Kompotten geben – siehe unter Brombeeren.

In Würfel geschnittene Äpfel kann man in den Rumtopf geben.

Die Schalen trockne ich für Tees, aber erst, wenn wir heizen, damit ich sie auf den Heizkörper oder den Kachelofen legen kann.

 

DEKORATION

Blühende Zweige von Zieräpfeln bzw. später Zweige mit den kleinen Äpfelchen sind ein schöner Schmuck in der Vase oder eine Bereicherung für ein  Gesteck.

 

KOSMETIK

Eine Gesichtsmaske aus geriebenem Apfel -  mit Honig oder Joghurt vermischt – legt man 20 Minuten auf die Haut auf. Durch das enthaltene Pektin kann die Haut gut Feuchtigkeit aufnehmen.

 

GESCHENKIDEE

Wenn zu viele Früchte da sind, kann man sie an Freunde und Verwandte

verteilen.

Marmeladen, Chutney, Relish, getrocknete Spalten, Apfelschalentee.

 

GESUNDHEIT

Als Hausmittel verwendet man sie gegen Verdauungsprobleme: Als Kompott helfen sie gegen Verstopfung.

Wenn man sie mit der Schale fein reibt und vor dem Essen an der Luft braun werden lässt, helfen sie gegen Durchfall.

 

TIERE

Fallobst und beschädigte Früchte nehme ich als Hühnerfutter und

im Winter in die Hälfte geschnitten als Vogelfutter.

Für Fallobst sind im Herbst auch die Jäger dankbar, die damit das Wild füttern.

Igel fressen liegen gelassene Äpfel gerne.

 

SONSTIGES

Übrigens kann man auch die Früchte der Zieräpfel essen oder als Kompott einlegen. 

 

Pflegeaufwand:

Im Frühjahr vor der Blüte sollte man eine Austriebsspritzung machen, damit man überwinternde Schädlinge gleich vernichtet, doch meistens kommen wir nicht dazu.

Das größte Problem bei den Apfelbäumen ist bei uns der Befall mit dem Apfelwickler. Das Spritzen dagegen ist aufwendig, da man die genauen Termine für die Flugzeit der Insekten in Erfahrung bringen muss. Es gibt auch bereits biologische Mittel, wie Schlupfwespen. Anfangs war ich von dieser Möglichkeit ganz begeistert, doch als im Internet recherchierte und die Kosten berechnete, stellte ich fest, dass ich mir um dieses Geld viele Kilos Äpfel kaufen könnte, also unterließen wir dies. Die Früchte, die wurmig abfallen, klaube ich laufend auf. Die total fauligen kommen auf den weit von den Bäumen entfernten Kompost, die anderen nehme ich für Apfelstrudel und –kuchen und einen Teil bekommen die Hasen, denen sie sehr gut schmecken.

Nach dem sogenannten Junifall pflücke ich Äpfel ab, wenn noch zu viele am Baum sind (Hasenfutter), man kann direkt beobachten, wie die verbliebenen dadurch einen Wachstumsschub machen.

Im Frühjahr schneiden wird die Bäume. Wenn Sie es gleich von Anfang an richtig machen wollen: Es gibt über Baumschnitt Bücher und Kurse, auch im Internet kann man sich informieren.

Wenn die Äpfel reifen und größer werden, muss man bei stark behangenen Ästen Stützen unterstellen, damit sie unter der Last nicht brechen. 

 

Überwinterung:

Die Äpfel müssen über 0 Grad gelagert werden und brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Ebenso sind die Blüten frostgefährdet.

 

Vorteile:

Im Frühjahr ist es ein Genuss, die Bäume in voller Blüte zu sehen.

Der Apfel vom eigenen Baum (auch wenn nicht jeder einzelne so perfekt ist wie aus dem Supermark)  hat viele Vorteile: Man weiß, womit er behandelt wurde, er hat keine langen Transportwege hinter sich – und er ist kostenlos. 

 

Nachteile:

Die wurmigen Äpfel können schon nerven, überhaupt bei größeren Bäumen.

Das Schneiden im Frühjahr machen wir zwar gerne, ist aber sicher nicht jedermanns Sache. 

 

Rezepte:

Apfelgrütze
Zutaten: 1 kg Äpfel (auch Fallobst), etwa 150 g Zucker (nach Geschmack), Zimtrinde oder –pulver, einige Gewürznelken, einige Spritzer Zitronensaft, ½ Packung Puddingpulver Vanille, Rosinen

Bereits aus den ersten wurmigen Äpfeln bis ins nächste Frühjahr hinein mit den Lageräpfeln bereite ich gerne Apfelgrütze: Die Äpfel (man kann auch Birnen und Quitten darunter mischen) schäle und schneide ich grob, koche sie in Wasser mit Zucker, Zimt, Nelken und Zitronensaft weich. Einen Teil der Kochflüssigkeit seihe ich ab und zerstampfe die Äpfel grob bis feiner, je nach Laune und gebe einige Rosinen dazu. Dann verrühre ich Puddingpulver mit Wasser und gebe es unter die Masse und lasse alles nochmals aufkochen. Bei Bedarf kommt wieder etwas Kochflüssigkeit dazu. Das fertige Mus hält sich einige Tage im Kühlschrank.

 

Blutwurst mit Apfel
Zutaten: Blutwurst nach Bedarf, Zwiebel, Äpfel

Auch zu pikanten Speisen, wie etwa gebratener Blutwurst passen Äpfel gut: Ich setze etwa 5 cm hohe Scheiben von Blutwurst in eine Bratpfanne und  gebe  geviertelte Äpfel und Zwiebel dazu. In die Pfanne kommt ein wenig Wasser. Als Beilage gibt es gekochte Kartoffeln.

 

Einfacher Apfelsaft
Wenn ich Apfelgrütze oder Kompott koche, bleibt Flüssigkeit vom Kochen der Äpfel übrig. Diese verdünne ich mit Wasser zu einem erfrischenden Getränk, das man kalt oder warm trinken kann.

 

Himmel und Erde
Zutaten: 500 g Kartoffeln, 500 g Äpfel, ein wenig Zitronensaft, Milch, Salz, Muskatnuss -  Zwiebelringe oder Speck

Die Kartoffeln werden geschält, zerteilt und ins Salzwasser sehr weich gekocht. Die Äpfel werden geschält, entkernt, zerteilt und in Wasser mit etwas Zitronensaft ebenfalls  weich gekocht. Beides wird getrennt zerstampft und dann vermischt. Damit die Konsistenz passt, gebe ich etwas Milch dazu und schmecke zum Schluss mit Salz und etwas Muskat ab. Dazu gebe ich entweder geröstete Zwiebelring oder angebratene Speckwürfel. Himmel und Erde passt gut als Beilage zu Blut- oder Bratwurst.

 

Bratäpfel
Zutaten: Pro Person 1 (im Idealfall) säuerlicher, mittelgroßer Apfel, pro Apfel einige dag geriebene Nüsse, etwas Marmelade nach Geschmack, einige Rosinen, eventuell etwas Rum, Butter

Das Kerngehäuse der Äpfel wird ausgestochen. Nüsse, Marmelade und Rosinen (Rum)  werden vermischt und in die Äpfel gefüllt. Obenauf gibt man ein wenig Butter. Danach setzt man sie auf ein Backblech und bäckt sie im Rohr bei 175 Grad etwa 25 Minuten. Sie passen gut zu Wildgerichten oder sind ein feines Dessert.

 

Apfelkuchen
Zutaten: Einige Äpfel. Rezept für die Kuchenmasse siehe unter Grundrezepte (Sandkuchenmasse).

Als Belag schäle ich Äpfel, schneide kleinere Schnitze herunter und verteile diese auf den Kuchenboden. Darüber streue ich noch etwas Staubzucker und Zimt und backe den Kuchen im Rohr.

 

Scheiterhaufen
Zutaten: 4 Semmeln, ½ kg Äpfel, 3/8 l Milch, 3 Eier, Rosinen, Zimt, 100 g Kristallzucker

Die Semmeln werden in die Hälfte und dann in Scheiben geschnitten. Milch, Dotter und 50 g Zucker werden verrührt und über die Semmeln gegossen. Während sich die Semmeln voll saugen, schält man die Äpfel und schneidet sie in Schnitze. Sie werden mit Zimt und Rosinen vermengt. Die Hälfte der Semmelmasse wird in eine gefettete Auflaufform gefüllt. Darauf kommt die Apfelmasse. Als Abschluss füllt  man den Rest der Semmelmasse ein und streicht sie glatt. Der Auflauf wird im Rohr gebacken, bis die Semmeln etwas Farbe annehmen. Dann wird der aus den 3 Eiklar und dem restlichen Kristallzucker fest geschlagene Schnee darüber gestrichen und gebacken bis er eine schöne goldgelbe Farbe hat.

 

Apfelkernkette
Eine Bastelarbeit für Kinder: In meiner Jugend war es eine Zeit lang modern, eine Kette aus Apfelkernen zu tragen. Dies geht folgendermaßen: Man trocknet nach und nach eine größere Apfelkernmenge – am bestem im Winter am Heizkörper oder Kachelofen. Dann fädelt man diese auf einen stärkeren Faden, indem man sie in der Mitte durchsticht. Die Kette macht man so lange, dass man mit dem Kopf bequem durchkommt.