Einleitung

 

Ich erinnere mich noch gerne an meine Kindheit zurück: Ich bin in einem kleinen Ort in Niederösterreich aufgewachsen, wo ich auch heute noch wohne. Meine Eltern hatten eine kleine Landwirtschaft. Wenn wir keine Hausaufgaben zu schreiben hatten, hielten sich meine Schwester und ich zusammen mit andern Kindern der Nachbarschaft auf der Straße, einer Wiese oder in einer kleinen Au nahe unseres Hauses auf und wir spielten dort bis zum Abend. Manchmal mussten wir auch den Eltern bei Saisonarbeiten helfen. Schon von klein auf waren wir beim Kartoffeln klauben dabei oder mussten bei der Weinlese helfen. Diese Arbeiten wurden im Laufe der Jahre mehr: es kam das Rüben vereinzeln dazu oder das Helfen beim Heuen und Stroh nach Hause fahren. 

Da wir uns also reichlich an der frischen Luft aufhielten, hatten wir dementsprechend einen guten Appetit. Die Kost war einfach und bestand in erster Linie aus dem, was Garten und Landwirtschaft hergaben: Fleisch von den Schweinen, Hühner, Hasen und Enten, Eier, Milch von den drei Milchkühen im Stall; Gemüse wie grüner Salat, Fisolen, getrocknete Bohnen, Erbsen, Spinat und vieles mehr aus dem Gemüsegarten und Äpfel, Birnen und Zwetschken aus dem Obstgarten hinter dem Haus. Ich kann mich noch gut erinnern, dass wir gerne Butterbrot mit Senf bestrichen aßen. Hie und da gab es ein Stück Extrawurst, die hat uns dann besonders gut geschmeckt. Jedes Wochenende wurde gebacken: Ein Nuss- oder Mohnstrudel oder ein Gugelhupf – das war unsere „Nascherei“. Hie und da gab es eine kleine Tafel Schokolade, mehr brauchten wir gar nicht. 

Mittlerweile bin ich schon lange verheiratet und je älter ich werde, desto öfter denke ich an die „gute alte Zeit“ zurück, als meine Mutter einfach in den Garten ging, um die Zutaten für das Mittagessen von dort zu holen. Aber mein Mann und ich sind jetzt auf dem besten Weg, wieder dahin zurück zu kommen. 

Da wir viele Gartensendungen anschauen, Gärten besichtigen und Vorträge anhören, kamen wir vor einigen Jahren mit der Permakultur in Berührung und waren von Anfang an begeistert. Mich interessierte weniger die philosophische, sondern mehr die praktische Seite: Wie ich Arbeit sparen kann, was ich machen muss, damit ich weniger zu gießen brauche, wie ich den Platz in meinem Garten gut nützen und alles anfallende Material wieder nutzbringend selbst verwerten kann. Voller Eifer kaufte ich mir einige Bücher und hörte mir Vorträge an. Doch das, was ich gesucht habe, eine praktische Anleitung, wie ich die verschiedenen Gemüse-, Obst- und Kräutersorten vielseitig verwenden kann, konnte ich nirgends finden. Also bin ich daran gegangen, selbst Verwendungsmöglichkeiten zusammenzutragen und dann war es nicht mehr weit zu der Idee, selbst ein Buch daraus zu machen. 

Ich will Ihnen dabei aber nicht im Detail erklären, wie Sie die Pflanzen behandeln sollen, dazu gibt es schon viele gute Bücher von richtigen Fachleuten. Vielmehr will ich Ihnen Anregungen geben, wie Sie die Gewächse in Ihrem Garten vielfältig verwenden können ohne das ganze in zu viel Arbeit ausarten zu lassen. 

Es ist auch ganz egal, ob sie einen großen oder einen kleinen Garten ihr Eigen nennen. Überall, sogar auf dem Balkon ist genug Platz um einige Kräuter, ein wenig Gemüse und Obst (z.B. in Form von Erdbeeren) zu pflanzen. 

Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß und viele Aha-Erlebnisse beim Lesen und viel Erfolg beim Gärtnern.