Vor dem Kauf informieren!

 

Im Frühjahr bekommen Sie wahrscheinlich auch von Versandfirmen Gartenkataloge zugesandt. Gartencenter schicken ebenfalls ihre Prospekte aus. Da findet man herrliche Pflanzen, oft gar nicht teuer, da es sich um Aktionen handelt, die uns in die Geschäfte locken sollen. Unbedacht greifen wir zu und haben dann oft Pflanzen, die nur mickrig wachsen, die uns viel zu groß werden oder die viel zu viel Arbeit machen. Hier einige Beispiele aus meinen Erfahrungen: 

Bevor ich mir Minze in den Garten holte, wusste ich noch nicht, dass diese gerne wuchert. Also nahmen wir sie nach ein paar Jahren aus dem Boden, entfernten alles, was wir nicht brauchten und setzten sie in einen Kübel mit durchlöchertem Boden und so wieder in die Erde. Jetzt verteilt sie sich nicht mehr über das ganze Kräuterbeet.

 

Da wäre zum Beispiel die Kerrie, oder Ranunkelstrauch. Der gefiel uns gut mit seinen zarten gelben Blüten. Anfang wuchs er auch ganz manierlich. Doch nachdem wir ihn aus Umgestaltungsgründen umsetzen mussten, fing er an wie wild Ausläufer zu treiben. Jetzt muss ich jedes Jahr im Frühjahr mühsam unter den Strauch kriechen und diese Triebe entfernen, damit nicht mit der Zeit die benachbarten Pflanzen überwuchert werden. Gott sei dank steht er wenigstens an einer Seite an einer Mauer!  

 

Ein weiteres Ärgernis in diese Richtung ist das Lampenputzergras (Pennisetum). Es samt stark aus und wir haben die Jungpflanzen im Gras. Es lässt sich schwer mähen und macht einen ausgefransten Eindruck. Aber es ist zu mühsam, jedes einzelne Pflänzchen ausgraben. Heuer ist mir dann eine glorreiche Idee gekommen – ich war ganz stolz auf mich: Mit dem Unkrautflämmer habe ich die einzelnen Büschel abgebrannt. Aber leider war die Freude nur von kurzer Dauer – bald sind sie wieder ausgetrieben. Im Herbst habe ich dann kurzen (oder eher langen) Prozess gemacht und die Pflanzen bei feuchtem Boden ausgestochen und die Löcher wieder mit Erde befüllt – jeden Tag, an dem ich im Garten war, einen oder zwei Kübel voll, nach zwei Wochen war ich fertig. 

Viele Pflanzen wollen einen eher sauren Boden. Ich spreche jetzt nicht von den Rhododendren, von denen das allgemein bekannt ist, sondern von gängigen Gewächsen. Dazu gehören alle Beerensträucher und –stauden wie Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren Ribisel etc. Man muss ja nur denken, wo sie herkommen – nämlich aus der Waldrandbepflanzung – und dort ist der Boden auch eher sauer. Wenn man dann einen sehr kalkhaltigen Gartenboden hat wie wir, reagieren dann manche Pflanzen mit gelben Blättern, der sogenannten Chlorose, da sie durch den Kalk kein Eisen aufnehmen können. Weiter Pflanzen, die auf Kalk eher empfindlich reagieren: Spiräen, Hortensien, Glockenblumen, Alpenveilchen und  Zierquitte. Da ich diese Pflanzen schon im Garten habe, gebe ich ihnen im Frühjahr eine Gabe von Moorbeeterde. Wenn die Blätter gelb werden, bekommen sie nach Anleitung auf der Flasche einige Male einen Eisendünger. 

Zu erwähnen wäre noch die wilde Karde. Die sieht aus wie eine Distel, ist aber keine. Da man die Köpfe sehr gut in Trockengestecken verwenden kann, habe ich den Samen, den ich geschenkt bekommen habe, angebaut. Die ersten paar Jahre erfreuten wir uns an ihr, doch mittlerweile muss ich sehen, dass sie nicht überhand nimmt. Ich jäte gleich alle Pflanzen, die mir zu viel sind, sobald ich ihrer ansichtig werde. Für Zierdisteln gilt übrigens dasselbe. 

Beim Fuchsschwanz (Amaranth) wusste ich sozusagen im Vorhinein was mir blüht, nämlich dass sich die Pflanze wie Unkraut aussäht. Doch da wir einen Naturgarten haben, macht mir das wenig aus und ich jäte ebenfalls alles, was mir zu viel ist.

Einer meiner besonderen „Lieblinge“ ist die Korallenbeere (symphoricarpos orbiculatus), die ich wegen ihres schönen Herbstlaubes kaufte. Die etwas überhängenden Zweige bewurzeln am Boden und würden, wenn man diese nicht jedes Jahr ausreißt, ein ziemliches Durcheinander ergeben. 

Etwas anders gelagert ist der Fall bei Pflanzen, die eine zweite zum Bestäuben brauchen. Das ich auch selten klar ersichtlich. Vor einigen Jahren kauften wir eine Maibeere (Lonicera kamtschatica), weil das angeblich die ersten Früchte im Jahr zum Ernten sind. Als diese zwar immer blühte, aber nie Früchte trug, schaute ich im Internet nach, was da los ist und fand heraus, dass man eine zweite Pflanze, aber eine andere Sorte braucht. 

Das waren nur einige Beispiele, die Ihnen zeigen, dass Sie sich vor dem Kauf neuer Pflanzen so gut wie möglich über deren Eigenschaften informieren sollten. Ich mache das gerne im Internet. Hier finden Sie viele Informationen zu allen möglichen und unmöglichen Gewächsen und in verschiedenen Foren wird über Vor- und Nachteile derselben diskutiert.