Unsere Kompostwirtschaft

 

Bei unserer großen Gartenfläche benötigen wir natürlich auch entsprechend viel Platz für pflanzliche Abfälle. Insgesamt haben wir daher fünf Kompostplätze: 

Beim Gemüsegarten befindet sich einer aus einem Gitter zusammengeschweißt, ca. 1,2 x 1,2 m. Daneben steht ein Kunststoffkompost, aus dem ich  während des Jahres unten bereits Erde herausnehmen kann. Hier kommen alle Bio-Abfälle hin die im Haus anfallen und nicht von Hühnern oder Hasen gefressen werden. Ebenso alles, was im kleineren Gartenteil anfällt.

Weiter hinten im Garten neben dem Pool- und Gerätehaus ist ein Abfallhaufen, der auf drei Seiten durch den Schuppen, einen Totholzhecke und mit Erde gefüllten Blechfässer begrenzt ist. Hier kommt alles hin, was im größeren Gartenteil anfällt, da hier der Weg am kürzesten ist.

Wie schon erwähnt, befindet sich ein Platz für Staudenabfälle im Wildgarten. 

Hinter dem großen Stadel gibt es noch eine sogenannte Gradngruam, in die in früherer Zeit (noch bevor ich mich erinnern kann) die Abfälle vom Dreschen des Getreides hinkamen. Da hin kommen sperrige und schwer verrottbare Pflanzenteile, wie dornige Äste von Rosen oder Berberitzen, Kürbispflanzen, Nusslaub etc. 

Nach den Kompost-Ratgebern sollte man so vorgehen, dass man alle Komponenten einzeln sammelt um sie dann schichtweise auf den Kompost zu geben, damit alles gut verrotten kann. In der Praxis ist das nur bedingt durchführbar. Wenn ich zum Beispiel die Küchenabfälle in einem Kübel sammeln würde, ergäbe das einen schönen Gatsch, wie wir sagen, da diese Abfälle häufig feucht sind, oder auch Wasser dabei ist. Außerdem braucht man dazu viel Platz, um die einzelnen Sorten zu sammeln. 

Bei uns wird das folgendermaßen gehandhabt: Wenn der Kompost gesiebt wurde, werden alle Teile, die zu grob waren, oder die beim Schnitt der verschiedenen Pflanzen im Frühjahr angefallen sind, wieder in die beiden Behälter beim Gemüsegarten gegeben und niedergetreten. Dieses Material ersetzt gleich den Kompoststarter, da er noch viele Kompostwürmer enthält, die gleich mit der Aufbereitungsarbeit weitermachen können. Dann kommt alles hinein, was so im Laufe des Jahres anfällt: Küchenabfälle, gejätetes Unkraut, Verblühtes, kaputte Zimmerpflanzen, kleinere Holzabfälle, etc. Grasschnitt kommt bei uns ganz selten und nur in kleinen Mengen dazu, da ich durch das Mulchen eher einen Grasmangel als –überschuss habe. Wenn Sie allerdings zu viel Gras hingeben wollen, kann das schon ein Problem werden, da sich durch eine zu hohe Grasschicht aufgrund des Sauerstoffmangels leicht eine verdichtete Masse bilden kann. Also verteilen Sie einen Teil des Grases lieber unter die Büsche und andere Pflanzen. 

Mit diesen fünf Komposthaufen und der Totholzhecke schaffe ich es, fast alles, was im Garten anfällt, auch dort zu belassen. Nur im Frühjahr kann es sein, dass wir eine Fuhre Holzabfälle vom Baumschnitt auf den Abfallplatz der Gemeinde bringen. 

Wo viele Vorteile sind, gibt es natürlich auch Nachteile:

Es ist nicht zu verhindern, dass auch Unkrautsamen auf den Kompost kommen. Und die gehen auf den Beeten auf – und zwar viel schneller als die Pflanzensamen. Bei Setzlingen spielt das wenig Rolle, aber wenn man etwas sät, das lange zum Keimen benötigt, ist bis dahin das Beet schon mit Unkrautpflänzchen übersät und man findet kaum die Saatreihen. Am besten ist es, den Kompost auszubringen und einige Wochen mit dem Säen zu warten. Die im Boden befindlichen Pflanzensamen gehen auf, man jätet sie und sät dann. So hat man den ersten Unkrautansturm überstanden. Man kann aber Kompost erst dann zwischen die Reihen geben, wenn die Saat schon aufgegangen ist. Bei Saaten, die lange zum Aufgehen brauchen, wie Karotten und Petersilie, kann man in einigem Abstand Radieschen säen, damit man die Reihen früher erkennt.

Alles sollte man nicht auf den Kompost werfen. Fleisch- und Wurstreste können leicht unliebsame Gäste wie Mäuse und Ratten anziehen. Das war auch mit ein Grund, warum wir uns Hühner angeschafft haben, die diese Abfälle gerne fressen.

Paradeiserstauden mit Braunfäule, Gurken mit Mehltau und ähnliches sollte nicht auf den Kompost, den sie im nächsten Jahr zum Düngen der Gemüsebeete verwenden. Der gute Rat, diese Pflanzen in den Restmüll zu geben klappt nur bedingt, denn bei etlichen Stauden wäre die Tonne bald voll. Ich fahre damit zum großen Kompost hinter dem Stadel, von wo wir Erde nur alle paar Jahre aussieben und hoffe, dass die Pilze bis dahin tot sind. 

Sie sehen, es gibt mehrere Möglichkeiten, die pflanzlichen Abfälle im eigenen Garten zu kompostieren und als gute Erde wieder zu verwenden. Sie müssen sich nur die für Ihre Gartenverhältnisse geeignete Methode aussuchen.