Unkraut eindämmen

 

Scheint es in Ihrem Garten auch so zu sein, dass das Unkraut schneller wächst als das Gemüse? Neben verschiedenen weniger auffälligen Arten kämpfe ich vor allem mit Giersch, Quecke, Löwenzahn, Gundermann und Winde. Da wir Großteils einen gewachsenen Boden haben, auf den kaum neue Erde aufgeschüttet wurde, kamen bald Unkräuter durch das gesäte Gras, von den Äckern und Straßenrändern siedelten sich weiteres Ungebetenes an. 

Da ich dem Unkraut lieber ohne Gift Herr werde, wende ich verschiedene Methoden an, die ich Ihnen hier vorstellen will: 

 

Hacken

Die gängigste Methode. Dabei sollte man aber darauf achten, dass man die Wurzeln heraushebt, denn wenn man die Pflanzen nur abschneidet, wachsen manche gleich wieder nach. Besonders die Hirse wächst leicht weiter, wenn man nicht alle Wurzel erwischt. 

Auszupfen

In gemulchten Beeten ist es oft einfacher, das Gras per Hand mitsamt den Wurzeln auszuzupfen. Wo es ästhetisch nicht stört, lasse ich das Unkraut auf dem Mulch als Nährstoffquelle liegen. 

Unkrautstecher

Das ist mein liebstes Gartenwerkzeug – damit kann man auch Unkräuter entfernen, die längere Wurzeln haben, wie etwas Löwenzahn oder Disteln. Auch bei Winde, Giersch und Quecke leistet er wertvolle Dienste. 

Ausgraben

Bei unerwünschten Sträuchern und Bäumen, wie etwas Holunder oder Hartriegel, Kermesbeere empfiehlt sich das Ausgraben des ganzen Wurzelstockes, denn sie  wachsen sonst leicht nach. 

Tiefgründig ausgraben

Bei geschenkten Iris war leider reichlich Quecke dabei. Da diese aber eher flache Wurzeln hat, haben wir alles etwa 50 cm tief aushobenn und unkrautfreie Erde aufgefüllt. Die Quecke ist fast gänzlich weg. Bei der Winde funktioniert das aber nicht, da diese sehr tief wurzelt. Gut gesäuberte Teile der betroffenen Stauden kann man wieder einsetzen. 

Abdecken

Manchen Unkräutern wird man durch Abdecken Herr. Dabei wird ein größeres Areal mit Wellpappe abgedeckt, oben drauf kommt Mulchmaterial. Diese Schicht bleibt liegen, bis sie in einigen Jahren verrottet ist. 

Flämmen

In Pflasterfugen und zwischen den Steinen um den Pool verbrenne ich die Unkräuter mit einem Flämmer, den es günstig in Gartenmärkten zu kaufen gibt. 

Heißes Wasser

Heißes Wasser sollte denselben Zweck erfüllen, habe ich selbst aber noch nicht probiert. 

Nicht verbreiten

Wenn sie in einem Beet schon lästige Unkräuter haben: Setzen sie Pflanzen von dort nicht auch noch an andere Stellen, damit sich das Unkraut nicht noch weiter verteilt. Verschenken Sie solche Pflanzen bitte auch nicht weiter! 

Nicht zum Blühen kommen lassen

Viele Unkräuter vermehren sind auch bzw. nur durch Samen. Lassen Sie sie also nicht zum Blühen kommen. 

Am Ball bleiben

Wenn Sie Problemstellen haben, jäten Sie häufig, so schwächen Sie die Pflanzen.
 

Rückbau

Manche Gartenecken, in denen mir zu viel Unkraut durchkam, habe ich der Natur wieder zurückgegeben. So hatte auf der Baumscheibe unter einem Obstbaum unbeschreiblich viel Winde. Ich habe dann einfach die Baumscheibe zuwachsen lassen. Jetzt wird sie mit dem restlichen Garten gemäht – und die Winde ist kein Thema mehr. 

Sichtweise ändern

Man muss also die eigene Sichtweise auf die Unkräuter ändern. Was etwa die Grünfläche betrifft, gilt bei uns das Motto: Hauptsache grün. 
 

Vernichten durch Essen

Viele sogenannte Unkräuter sind oder waren Nahrungs- und Heilmittel. Im Pflanzenteil meine Homepage finden Sie daher auch sogenannte Unkräuter. 

Mit der Physiologie der Pflanze beschäftigen

Bei jedem neuen Unkraut, das auftaucht, suche ich so lange, bis ich weiß, worum es sich handelt. Erstens will ich alle Pflanzen in meinem Garten mit Namen ansprechen können und außerdem will ich wissen, wie ich das Unkraut am besten eliminieren kann. 

Acht geben bei geschenkten und gekauften Pflanzen

Mit einer Goldjohannisbeere habe ich einen wilden Hopfen, der mitten im Stock sitzt, mitgekauft, bin aber erst später drauf gekommen. Jetzt habe ich die Wahl zwischen alles entfernen oder ständig ausreißen – momentan bin ich noch bei Zweiterem. 

Richtige Entsorgung

Man liest ja, dass man Unkräuter in die Biotonne geben soll. Nur - bei einem großen Garten wird das ein Problem sein. Ich lasse Problempflanzen wie den Giersch lose auf dem Kompost liegen, damit er vertrocknet. Vieles werfe ich in den Hühnerhof, das ist sicherlich die beste Methode: Entweder fressen die Hühner das Zeug oder es vertrocknet. 

 

Meine „Lieblings“-Unkräuter 

Giersch

Den Giersch finden Sie im Pflanzenteil, da man ihn als Küchenkraut verwenden kann. Er verbreitet seine Wurzeln recht oberflächlich, sodass man sie gut entfernen kann, am besten hebt man ihn mit dem Unkrautjäter heraus. Angeblich soll jedes verbliebene Stückchen Wurzel wieder austreiben. Auf nicht bepflanzen Plätzen können Sie versuchen, eine Fläche mit Pappe abzudecken und zusätzlich zu mulchen, damit der Giersch darunter abstirbt. 

Quecke

Für sie gilt dasselbe wie für den Giersch, er wurzelt nicht sehr tief, treibt aber im Gegensatz zum Giersch die Triebe auch in größerer Entfernung. 

Winde

Die Winde dagegen wurzelt tiefer und es ist schwierig, ihre Wurzeln ganz zu erfassen. Ich versuche mit dem Unkrautjäter so tief als möglich zu kommen und sie herauszuziehen. Dann ist wenigstens einige Zeit Ruhe. 

Löwenzahn

Dem Löwenzahn wird mit in einem großen Garten am Land kaum Herr. Wir haben daher unseren Rasen in einen Kräuterrasen umbenannt und lassen ihn und alle anderen Kräuter darin wachsen wie sie wollen. In Gemüse- und Blumenbeeten steche ich ihn allerdings so aus, dass ich die lange Wurzel mit herausbekomme und verfüttere sie an die Hühner. 

Gundermann

Dieser wanderte eines Tages in unseren Garten ein und nun ist er ein Bestandteil unseres Rasens. Er wandert durch oberirdische Ausläufer weiter, an denen man ihn aus den Beeten bequem herausziehen kann. Man kann ihn auch in der Küche verwenden, ich habe aber keine Erfahrung damit. 

Brennnesseln

Deren Wurzelwerk ist weit verzweigt und kaum ganz herauszubekommen, man muss also schauen, dass man größere Stöcke immer wieder verkleinert. Auch die Brennessel kann man als Küchenkraut und als Gartendünger verwenden. Wir machen aus der Not eine Tugend und lassen an einer Mauer die Pflanzne stehen und verwenden die Blätter – frisch und getrocknet – für Tees und zum Ansetzen von Pflanzenjauche. Wenn man die Pflanze öfter beerntet, hat man immer wieder junge Triebe zur Verfügung. 

Vogelmiere

Diese Pflanze hat bei mir heuer den gesamten Boden des Gewächshauses überwuchert. Ich habe alles entfernt und den Hühnern verfüttert – die hatten eine Freude. Da dabei natürlich die Samen ausgefallen sind, muss ich nun häufig jäten, um die zahllosen neuen Pflänzchen zu entfernen.

Hirse

Die Hirse lässt sich leicht umhacken. Ich entferne die Pflanzen vom Beet, damit sie nicht nochmals anwachsen können, wenn sie nicht gut umgehackt wurden. Man sollte sie nicht zum Samen bilden kommen lassen.

Spitz- und Breitwegerich

Obwohl in der Küche zu verwenden, nimmt er gerne überhand, wenn man ihn aussamen lässt. 

Sommerportulak

Er hat nicht nur meinen Garten eines Tages entdeckt. Er vermehrt sich sehr schnell, laut Wikipedia  galt der Portulak1993 weltweit als die achthäufigste Pflanzenart und zählte zudem zu den zehn schädlichsten "Unkräutern". Man kann die jungen, fleischigen Blätter, die säuerlich schmecken, in der Küche verwenden. 

Zierpflanzen

Verschiedene Zierpflanzen können ebenfalls zur Plage werden – eine Auswahl:

Hängepolster-Glockenblume - Campanula poscharskyana
Fuchsschwanz – Amaranth
Jungfer im Grünen - Nigella damascena
Mohn jeder Art
Akelei