Hühnerhaltung

 

Meine Eltern hatten früher immer Hühner gehalten. Das ist aus zwei Gründen praktisch: Erstens hat man Eier so viel man braucht und mehr und sie fressen fast alles, was in der Küche an Abfällen anfällt. Doch beim Hochwasser 2002 kamen alle sieben Stück, die meine Mutter noch hatte, ums Leben. Wir rissen dann den Hühnerstall ab, entfernten alle Zäune, Gitter und Tore die unsere beiden Häuser trennten und die die Hühner in einem bestimmten Teil eingesperrt hatten.

Voriges Jahr kam mein Mann, der ein großer Tierfreund ist, auf die Idee, doch Hühner zu halten.  Im ehemaligen Misthof baute er einen kleinen Hühnerstall und zäunte das Ganze ein. Vier Hühner waren schnell gekauft, da bei uns in der Nähe ein großer Hühnerzuchtbetrieb beheimatet ist. Das erste Problem ergab sich, als die Hühner über den – unserer Meinung nach ohnehin hohen – Zaun drüberflogen. Wie das früher so üblich war, stutzten wir ihnen die Flügel. Sie suchten noch einige Male den Weg in die Freiheit durch Ritzen im Zaun, bis mein Mann alles hühnertauglich dicht gemacht hatte. Damit die Tiere ein- und auslaufen konnten wann sie wollten, schnitt er eine kleine Öffnung zusätzlich zur Tür in eine Wand des Stalles. Das ging kurze Zeit gut, doch eines Tages lagen, als ich von der Arbeit nach Hause kam, alle Hühner tot im Hühnerhof – ein Marder hatte ihnen das Blut ausgesaugt. Also was nun tun? Nach einer anfänglichen Kapitulation entschlossen wir uns, doch weiter zu machen und kauften diesmal nur drei Hühner, da die Eier von vieren ohnehin zu viel gewesen wären. 

Abends versorgen wir die Hühner mit Futter und Wasser, damit ich morgens, bevor ich zur Arbeit fahre, nur die Türe aufzumachen brauche, damit sie tagsüber herumlaufen können. Das Ausmisten hat mein Mann übernommen, der den Mist einmal in der Woche auf den Kompost bringt. 

Im Teamwork hat sich die Arbeit sehr gut eingespielt und fällt gar nicht sehr ins Gewicht. Im Gegenteil: In der Küche habe ich einen Becher stehen, in den ich Kochabfälle gebe, die den Hühner munden:

  • Gekochte Kartoffeln und deren Schalen,

  • Essensabfälle wie Nudeln oder Gemüse; auch ein wenig Fleisch, da Hühner Allesfresser sind,

  • Äpfel oder Reste davon und noch einiges mehr.

 

Auch bei der Gartenarbeit denke ich immer an meine Tiere und bringe ihnen verschiedene Leckerbissen:

  • Blätter vom Mangold, die zum Kochen nicht geeignet sind,

  • Blätter von den Dahlien, wenn ich  Zweige weggebe, wenn sie zu stark wuchern.

  • Natürlich Löwenzahn, den lieben sie besonders,

  • Vogelmiere, die ich unter dem Kirschenbaum wachsen lasse,

  • Gurken und Zucchini, die zu groß geworden sind,

  • Sonnenblumenkerne und Nüsse,

  • Gerodetes aus dem Kräutergarten wie Beinwell, Zitronenmelisse. 

Natürlich bekommen sie auch richtiges Hühnerfutter, wie Weizen, Legemehl, etwas Mais und Wasser.

 

Wenn Sie sich ebenfalls Hühner anschaffen wollen, sollten Sie einige Punkte beachten:

  • Wo sollen Ihre Hühner wohnen?
  • Wer ist für die Fütterung bzw. für das Ausmisten zuständig?

  • Wer bekommt die Eier, die zu viel sind?

  • Wer versorgt die Hühner, wenn Sie auf Urlaub fahren wollen?

  • Hühner legen nur einige Jahre gut, und eines Tages hören sie damit auf.

 

Vorteile:

  • Man braucht sich um die Beschaffung der Eier nicht so kümmern, man hat meist genug davon.
  • Viele Küchenabfälle, die sonst auf dem Komposthaufen Ratten anlocken würden, werden von den Hühnern gefressen.

 

Nachteile:

  • Sie brauchen tägliche Betreuung
  • Hühner machen Mist und scharren alles auf.

 

Falls die Eier einmal zu viel werden sollten, hier einige Rezeptvorschläge:

  • Eierspeise für die ganze Familie mit Zwiebeln, Schnittlauch, Wurst, Paprika etc.
    Biskuitroulade

  • und andere Torten, die viele Eier brauchen,

  • Biskuitschöberl auf Vorrat für die Kühltruhe

  • Eier in grüner Soße (Rezept bei Petersilie)

  • Kartoffel-Wurstpfanne (Rezept bei Winterheckenzwiebel)

  • Ostereier und gekochte Eier zur Jause,

  • gefüllte Eier für die Jause 

Übrigens: Bei meinen Recherchen im Internet über die Hühnerhaltung fand ich heraus, dass es in den Großstädten der USA modern ist, Hühner in der Wohnung oder im Hinterhof zu halten!