Den Boden bedecken!

 

Jeder wünscht sich einen Garten, der wenig Arbeit macht, aber trotzdem gut aussieht - so auch ich.  Im Laufe der Jahre habe ich erkannt, dass man umso weniger Arbeit hat, je mehr man die Natur gewähren lässt und sich möglichst wenig einmischt, auch wenn es manchmal nicht so ordentlich aussieht. 

Wenn Sie in der freien Natur spazieren gehen, in einem Wald oder am Wegesrand zwischen den Feldern, werden Sie sehen, dass es keine offenen Böden gibt. Im Wald liegen entweder Nadeln oder  vermodertes Holz und dazwischen wachsen, wo Platz bleibt, Pflanzen. Am Wegesrand keimen die Samen, die im Boden gelegen sind oder die vom Wind angeweht wurden. So kann die Erde nicht so schnell austrocknen und der Wind kann die oberste Schicht nicht fortwehen. Diese Methoden kann man sich auch im Garten zu Nutze machen nämlich durch Mulchen oder mit Bodendeckern. Der Vorteil dabei ist, dass weniger Unkraut aufkommt und dass man weniger gießen muss, da der bedeckte Boden länger feucht bleibt. 

 

Mulchen

Da wir eine große Naturrasenfläche haben (das ist der, wo auch Unkräuter wachsen dürfen), fällt beim Mähen, das wir mit dem Rasentraktor alle zwei Wochen durchführen, jede Menge Grasschnitt an. Diesen brauche ich das ganze Jahr über dringend zum Mulchen: Unter Sträuchern, auf den Baumscheiben der Obstbäume, bei den Himbeeren, den Erdbeeren, im Gemüsegarten oder im Staudenbeet. Eigentlich sollte man das geschnittene Gras ja übertrocknen lassen, aber das geht bei der Menge schwer. Ich verteile das Gras daher nicht zu dick zwischen den Pflanzen, damit es nicht zu faulen beginnt, etwa 1 – 2 cm hoch. Wenn mit der Zeit an verschiedenen Stellen Unkraut durchwächst, gebe ich wieder eine Mulchschicht darüber und erspare mir so das Jäten. Einzelne Unkräuter, die stören, kann man gut ausreißen.

Aufpassen muss man allerdings, wenn man viele Schnecken im Garten hat, da sollte man mit dem Mulchen vorsichtig sein, denn die Schnecken verkriechen sich gerne unter der feuchten Mulchschicht.

Man kann auch andere Materialien zum Mulchen verwenden, wie Stroh (zwischen den Erdbeeren) oder Heu von der eigenen Wiese.

Gejätete Pflanzen kann man gleich zwischen den Reihen liegen lassen.

Mit dem Schnittmaterial vom Buchs können Sie je nach Anfall kleinere oder größere Beete mulchen. Die Blätter verfärben sich, wenn sie trocken werden, hell.

Sie können auch gehäckselten Strauchschnitt oder Rindenmulch verwenden, wobei Rindenmulch gekauft werden muss, dem Boden Nährstoffe entzieht und Gerbsäure an den Boden abgibt.

Das Schnittmaterial, das beim Schneiden der Thujenhecke anfällt, lege ich dicht als Weg neben die Totholzhecke. Dort soll es den Boden nicht feucht halten, aber das Unkraut gut unterdrücken.

Erst letztens fand ich wieder eine neue Mulchvariante. Unsere Blaufichte warf nach dem Winter viele dürre Nadeln ab, die alle in den künstlichen Bachlauf fielen. Ich sammelte sie ein – ab wohin damit? Da die Koniferennadeln einen niedrigen pH-Wert haben, dachte ich mir, passen sie sicherlich gut zu den Moorbeetpflanzen. Also verpasste ich den Hortensien eine Lage Kompost und darüber kamen die Fichtennadeln. Den Rest gab ich in den Kübel mit der Heidelbeere, die auch zu den kalkfliehenden Pflanzen zählt.

 

Bodendecker

Unter Sträuchern und unter verschiedenen Obstbäumen habe ich Bodendecker eingesetzt, die den Boden feucht halten und die alles Unkraut unterdrücken. Da es teuer wäre, alle zu kaufen, produziere ich selbst Pflanzen entweder durch Teilung, durch Samen oder ich grabe die Sämlinge beim Jäten aus, wie an anderer Stelle beschrieben.

Gut als Bodendecker eigenen sich alle Storchschnabelarten (achten Sie beim Kauf aber auf die Höhe der verschiedenen Sorten), Frauenmantel, Günsel, Gänsekresse, Blaukissen, niedrige Glockenblumen, Hornkraut, Purpurglöckchen, Minze, Katzenminze, Fingerkraut, Seifenkraut, niedrige Sedumarten und Wollziest.

Für schattige Plätze nehme ich gerne Funkien, Elfengold, Dickanthere, Immergrün, Efeu und Goldnessel.

Das Blätterdach sollte sich über dem Boden schließen, dann tun sich unerwünschte Pflanzen schwer, durchzukommen.

Bodendecker, die man ohne Probleme betreten kann sind zum Beispiel Gänseblümchen oder Kriechmispel.

Unter einer Hibiskushecke habe ich Narzissen eingesetzt. Wenn sie verblüht sind, lasse ich das Laub verwelken – es dient sozusagen gleich als Bodendecker. Später gebe ich Rasenschnitt darüber.

Natürlich habe ich mir auch bei den Kübelpflanzen, derer ich eine ganze Menge habe (unseren Garten könnte man auch als einen Sammlergarten bezeichnen), überlegt, wie ich es schaffe, weniger gießen zu müssen.

Wenn ich die Oleanderstöcke im Frühjahr umsetze und Komposterde dazu gebe, treiben die darin enthaltenen Samen aus. Das Ausreißen zwischen den Trieben war immer sehr mühsam. Jetzt lasse ich die Pflanzen bis zu einer bestimmten Höhe wachsen und reiße sie dann erst aus. Dadurch bleibt der Boden bedeckt und trocknet weniger aus.

In den  Topf mit dem Olivenbäumchen habe ich Tripmadam (Felsenfetthenne) gesetzt, eine meiner Lieblingspflanzen. Sie bleibt sehr niedrig und  füllte bald den ganzen Topf.

Im Topf mit dem Lampenputzer machte sich ein eingeschlepptes niedriges Gewächs breit, das ich gleich stehen ließ

Zur Bougainvillea und zur Strelizie habe ich Sommerblumen wie Allysum und Lobelie gesetzt. Sie können natürlich in alle Kübel, die Platz bieten, Unterpflanzen setzen, um den Boden zu bedecken.

Auch mit Steinen oder mit Kieseln können sie den Boden bedecken – was derzeit ja ganz aktuell ist. Die Erde meines Drachenbaumes  aus Teneriffa habe ich mit kleinen Kieselsteinen bedeckt. Bei einigen Oleandertöpfen habe ich die Erde mit größeren hellen Steinen bedeckt. 

Mittlerweile habe ich vier Kieselbeete im Garten: ein Rondell für die Kübelpflanzen gleich hinter dem Wintergarten, der Boden der Laube ist ebenfalls mit Kieselsteinen bedeckt,  im sogenannten „Mexikogarten“ ist feinerer Schotter verteilt und um den Pool haben wir eine Landschaft mit Rollschotter und wärmeliebenden Pflanzen angelegt. Aber Freude an solchen Beeten haben Sie nur, wenn Sie den Boden einige Zentimeter ausheben, ein wurzeldichtes Vlies einlegen und dann erst die Steine darauf verteilen, denn sonst wächst das Unkraut durch, so schnell können Sie gar nicht schauen.

 

Baumscheiben

Schon vom ersten Apfelbaum an haben wir Baumscheiben gemacht. Der Grund war am Anfang der, dass man unter den niedrigen Buschbäumen nur schwer mähen konnte. Mittlerweile haben wir viele einzeln stehende Gehölze und jedes hat eine Baumscheibe erhalten. Bei Bedarf werden sie vergrößert, das heißt, mein Mann wird angehalten, dies zu machen, er hat nämlich mehr Kraft als ich. Eine grasfreie Baumscheibe dient dazu, den feinen Haarwurzeln mehr Wasser und Nährstoffe zukommen zu lassen. Die Saugwurzeln breiten sich etwa in der Größe der Baumkrone aus – und so groß sollte  auch die Baumscheibe sein. 

Einen Teil meiner Baumscheiben mulche ich. Dazu verwende ich in erster Linie Grasschnitt. Aber man kann auch gejätete Pflanzen nehmen, zerkleinerte Brennnesseln (wegen des Stickstoffes) oder  Beinwellblätter. Im Herbst gebe ich eine dicke Schicht Laub drauf.  Der Stammbereich ist dadurch nicht nur vor dem Austrocknen geschützt, die Erde bleibt auch schön locker. Außerdem wird das Unkraut zuverlässig unterdrückt. Vor dem Mulchen sollten Sie die Erde oberflächlich lockern und dabei gleich Unkraut jäten, eventuell den Baum auch düngen. 


Einige Baumscheiben, die näher am Haus sind, habe ich bepflanzt.

Beim Golden-Delicious-Hochstamm und beim Kirschenbaum habe ich Tulpen- und Narzissenzwiebeln gesteckt, die im Frühjahr ein traumhaftes Bild abgeben. Das Verblühte schneide ich ab, das geht am besten in Anbetracht der Menge gleich mit der elektrischen Rasenkantenschere. Die Blätter lasse ich verwelken und gebe dann einfach eine Mulchschicht drüber. 

Unter dem Klarapfelbaum habe ich vor zwei Jahren selbstgezogene niedrige Tagetes eingesetzt, die sich jetzt selbst aussäen, da ich die Samen im Herbst beim Ausreißen gleich auf die Erde schüttle. Im Frühjahr zieren Zwiebelblumen die Baumscheibe.

Unter einem zweiten Golden-Delicious-Baum blühen im Frühjahr kleine Wildtulpen, die sich gut vermehren. Danach kommen Ringelblumen, die sich auch selbst aussäen. Außerdem stehen noch gelbblühender Zierlauch und gewöhnlicher Knoblauch dort.

 

Unter unserem „Hausbaum“, einer Blutbuche, steht Pfefferminze. Sie darf sich ruhig ausbreiten, denn rundherum ist eine Wiese. Beim Mähen kommt sie also ins Hasenfutter.

Auf einigen Baumscheiben habe ich Frühjahr Krokusse, Tulpen, Primeln und Narzissen in Gruppen, die in späterer Folge von den anderen Pflanzen überdeckt werden, zum Beispiel von Tagetes, deren Samen ich im Herbst ausfallen lasse und die dann von selbst wieder aufgehen. 

Es gibt auch viele Unterpflanzungen, die für die Bäume in gewisser Hinsicht nützlich sind:

- So vertreibt die Kapuzinerkresse Blattläuse, Blutläuse  und Apfelblattsauger.

- Knoblauch hilft ganz allgemein gegen Pilzerkrankungen wie zum Beispiel die Kräuselkrankheit beim  Pfirsich.

- Kamille oder Tagetes helfen gegen Nematoden.

- Beinwell holt Eisen aus tieferen Schichten des Bodens.

- Buschbohnen binden den Stickstoff im Boden und machen ihn für andere Pflanzen verfügbar.

- Ringelblumen verbessern den Boden.

Sie können auch verschiedene Kräuter setzen wie Pfefferminze, Zitronenmelisse, Waldmeister oder Frauenmantel.

Auch Gründüngung können Sie anbauen, wenn sie zu hoch wird, abmähen und einfach liegen lassen.