Abfallverwertung

 

Dieser Begriff ist ein wenig irreführend, da es im Garten eigentlich keine Abfälle gibt. Alles kann man irgendwie weiter verarbeiten. Ich habe den Ehrgeiz, alles was im Garten anfällt, auch dort (oder im Haus) zu belassen und zu verwenden.

Einige Tipps dazu: 

Mengenmäßig am meisten fällt bei uns Holz an. Sei es nun das Kleinholz, das beim Ausschneiden der Obstbäume anfällt, ganze Bäume, wenn wir einmal einen roden müssen, dickere Äste von Stauden, ganze Engelstrompeten, die zu groß geworden sind, Himbeerruten, Weinreben, stachelige Triebe von Rosen und Berberitzen – für alles finden wir Verwendung: 

Die dicken Äste und Stämme werden verheizt.

Die dünneren werden zu Bündeln zusammengebunden und beim Holzschneiden mit der Kreissäge zum Unterzünden ofengerecht geschnitten,

Lange Stangen werden als Stützen zum Unterstellen bei den Obstbäumen im Sommer verwendet, sogenannte „Furkeln“.

Kürzere, gerade Stecken brauche ich immer wieder zum Aufbinden von Blumen und Stauden.

Dornige Äste kommen auf einen Haufen, den wir in der Wildhecke zu diesem Zweck angelegt haben.

Dünnere Äste werden mit dem Häcksler für Mulchmaterial zerkleinert - es ist ein guter Ersatz für Rindenmulch, sogar noch besser, denn herkömmlicher Rindenmulch macht den Boden mit der Zeit sauer.

Ein Teil der Äste kommt in die Totholzhecke, die sie rechts im Bild sehen.  

Gerade Zweige von Haselnuss oder Weide werden zu Gittern geflochten, die ich zum Stützen von Stauden verwende. Dazu habe ich extra vor dem Hühnerhof eine Weide wachsen lassen, die sich ihren Weg durch eine Fuge im Beton gesucht hat – Fotos siehe unter „Weide“. 

Im Frühjahr warte ich immer schon darauf, dass mein Mann den Kompost siebt, da ich die Beete gerne zeitig  herrichten will. Ich teile den Kompost zwischen Gemüsegarten, Gewächshaus, Obstbäumen, Staudenbeeten, Kübelpflanzen, Kartoffelbeeten, Himbeeren, und wo es mir sonst gerade noch einfällt, auf. Einige Kübel lasse ich stehen, wenn ich später noch etwas brauchen sollte und einige Kübel bekommt unsere Tochter, die noch keine so große Menge produziert. 

Als Begrenzung des größeren Komposthaufens haben wir gereinigte Ölfässer aus der Firma meines Mannes aufgestellt. Sie sind mit Erde gefüllt und momentan experimentiere ich herum, was sich als Bepflanzung am besten bewährt.

 

Für alles Baumaterial, das durch Abriss oder Änderungen anfällt, suche ich eine Verwendungsmöglichkeit. So wurde aus der Mauer eines Plumpsklos, das beim Hochwasser 2002 seinen Geist aufgab, eine Ziermauer, die sich dort erhebt, wo früher eine fade Kriechmispel war: 

Vor der Mauer stehen meine Oleander und einige andere  Kübelpflanzen, dahinter haben wir unseren „mexikanischen Garten“ angelegt, das heißt, hier steht ein Teil der größeren Kakteen der Sammlung meines Mannes, gemischt mit einigen Gräsern und Dekorationsmaterial:

 

 

 

 

Ein alter Trog aus dem ehemaligen Schweinestall wurde in einen Trog für Steingartenpflanzen umfunktioniert:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Baumstumpf unseres leider abgestorbenen Gravensteiner-Apfelbaumes wurde zur Stütze für die Feuerbohnen. An einem verbliebenen Ast hing im Sommer eine Ampelpflanze, im Winter das Vogelhäuschen (mittlerweile ist der Baum aber schon umgefallen und verheizt).

 

 

 


 

 

Aus alten Wasserleitungsrohren wurde eine Aufhängung für den Gartenschlauch. Aus alten Eisenabfällen hat mein Mann einen Dekor-Vogel geschweißt, für den man beim Kauf eine Menge zahlen müsste. Zur Erklärung: Die Dekoration in unserem Garten ist blau in Anlehnung an den „Jardin Majorelle“ in Marrakesch, der uns so gut gefallen hat.

 

 


 

 

Der Betonsockel für die Bougainvillea ist ein Abfallstück eines Betonrohres:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4 Zaunsteher mit Betonsockel habe ich an die Schuppenwand gelehnt, um Efeu daran hochranken zu lassen.

  

 

 

 

 

 

 

 

Stängel, die innen hohl sind, etwas altes Holz und ein alter Ziegel dienen als Behausung für die Insekten im gleichnamigen Hotel:

 

 

 

 

 

 

 

Das waren nur einige Beispiele aus unserem Garten, wie man altes, anscheinend Nutzloses, sinnvoll weiter verwenden kann. Also, wenn Sie das nächste Mal etwas mühsam entsorgen wollen – überlegen Sie vorher, ob sie nicht noch etwas Nützliches daraus machen können und damit vielleicht sogar Geld sparen können. Denken Sie auch an Nachbarn und Freunde, die vielleicht Verwendung für manches haben.